Jüdisches Museum Berlin

October 29th, 2015

Seit ca. 1700 Jahren leben Juden in Deutschland – eine Geschichte voller Verfolgungen, die ihre Höhepunkte im Mittealter zur Zeit der Pest und im Holocaust erreichte, aber auch eine Geschichte von Toleranz.

Das größte jüdische Museum Europas ist das Jüdische Museum Berlin: Es erzählt die Höhepunkte und Tiefpunkte dieser Geschichte und der Beziehungen zwischen Juden und Nicht-Juden in Deutschland – und ist dabei ein lebendiges Zentrum, das auch Forschung, Diskussion und Gedankenaustausch lebt.

Meisterhaft geht auf das Spannungsfeld zwischen Juden und Nicht-Juden auch die Architektur des Museumsbaus von Daniel Libeskind ein, einem Sohn von Holocaust-Überlebenden: Das Gebäude selbst stellt einen zerrissenen Davidstern dar, die verwinkelte Struktur macht die Zerstörung des jüdischen Lebens erlebbar. Immer wieder treffen Sie auf nackte, kalte, Leerräume, die sogenannten Voids, die ein zentrales Element der Architektur sind und an den Schrecken des Holocaust erinnern. Hier treffen und unterbrechen sich zwei Linien von Beziehungen und Denkweisen – eine gerade, jedoch in Fragmente zerbrochene, und eine verwinkelte mit offenem Ende. Diese zeigen aber nicht nur die Brüche – sondern auch die Kontinuität und Hoffnung auf ein Miteinander. Nach Libeskind lassen sich beide Linien imaginär im Berliner Stadtraum fortsetzen.

© Jüdisches Museum Berlin, Fotos: Jens Ziehe (links und Mitte) und Günter Schneider (rechts)

Ein weiteres Element sind drei sich kreuzende, schiefe „Achsen“, auf die Sie nach dem Betreten des Gebäudes treffen: die Achse des Exils, die Achse des Holocausts und die Achse der Kontinuität – letztere endet an der Treppe zur Dauerausstellung, in der Sie auf das Alltags- und Kunstobjekte, interaktive Elemente und Medienstationen treffen. Verlassen Sie die Achsen, betreten Sie den Garten des Exils, der die Wahrnehmung des Besuchers mit seiner geneigten Achse verwirrt – dieses Erleben soll an das Gefühl der Haltlosigkeit und mangelnden Orientierung der Vertriebenen erinnern, während gepflanzte Ölweiden für die Hoffnung stehen.

Hier erfahren Sie nicht nur etwas über die deutsch-jüdische Geschichte – Sie erleben sie.

Das Jüdische Museum Berlin ist vom Hotel INDIGO Berlin Alexanderplatz mit dem Auto in 10 Minuten zu erreichen und mit den öffentlichen Verkehrsmitteln in 19 Minuten (mit dem Bus 248 bis Jüdisches Museum).

Adresse: Lindenstraße 9-14, 10969 Berlin
Öffnungszeiten: montags von 10 bis 22 Uhr, dienstags bis sonntags von 10 bis 20 Uhr
Eintritt: bis 6 Jahre frei, Erwachsene 8 €, ermäßigt 3 €
Webseite: http://www.jmberlin.de

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