Die Museumsinsel

January 26th, 2016

Die Museumsinsel im historischen Berliner Zentrum an der nördlichen Spitze der Spreeinsel ist einer der herausragenden und wichtigsten Museumskomplexe Europas. Sie gehört seit 1999 zum UNESCO-Weltkulturerbe und ist ein beliebter und vielbesuchter touristischer Anlaufpunkt.

Im Laufe von 100 Jahren entstand bis 1930 ein Ensemble, an dem fünf Architekten beteiligt waren. Das Museumsquartier wird seit Ende der 1990er Jahre schrittweise restauriert und um ein neues Empfangsgebäude erweitert. Ab 2017 soll die neue James-Simon-Galerie als zentrales Eingangsgebäude für die gesamte Museumsinsel dienen. Sie soll außerdem Veranstaltungsräume für Sonderausstellungen, ein Informationszentrum, den Museumsshop, ein Café sowie Restaurants beherbergen.

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Geschichtlicher Hintergrund

Auf dem südlichen Teil der Spreeinsel entstand im 13. Jahrhundert die Stadt Cölln. Im 17. Jahrhundert wurde der linke Spreearm kanalisiert und es entstand der heutige Kupfergraben, der den nördlichen Teil der Insel entwässerte. Zwischen Spree und Kupfergraben entstand der Cöllnische Werder, auf dem nach Mitte des 17. Jahrhunderts eine Lustgartenanlage entstanden war.

Diese Gelände wurde unter dem „Soldatenkönig“ Friedrich Wilhelm I. stark wirtschaftlich genutzt: am Kai wurde ein hölzerner Drehkran installiert, um Güter aus den Schiffen auf den Kai zu heben. 1776 wurden neben der Krananlage zusätzlich ein Mehllagerhaus und ein Salzmagazin errichtet.

Erst im Laufe des 19. Jahrhunderts wich diese stark gewerbliche Ausrichtung nach und nach einer Nutzung als Standort von Museumsbauten. 1822 legte Karl Friedrich Schinkel Pläne für den Neubau vor, die eine umfassende Neuordnung der nördlichen Spreeinsel zur Folge hatten. Wilhelm von Humboldt übernahm die Leitung der Kommission zur Errichtung des Museums.

Als erster Bau auf der Museumsinsel entstand 1830 das Alte Museum, das zugleich auch Preußens erstes öffentliches Museum wurde. 1859 wurde das königlich-preußische Museum (heute Neues Museum) eröffnet. 1876 folgte die Nationalgalerie, (heute Alte Nationalgalerie), 1904 das Kaiser-Friedrich-Museum (heute Bode-Museum) und 1930 das Pergamonmuseum.

In der Zeit des Nationalsozialismus wurden im Zuge der Neugestaltungspläne von Albert Speer auch an der Museumsinsel monumentale Neubauten geplant. Der Architekt Wilhelm Kreis entwarf vier zusätzliche riesige Museumsbauten. Die Ausführung dieser Pläne verhinderte jedoch der Krieg, in Folge dessen mehr als 70% der Museen auf der Museumsinsel zerstört wurden.

Nach der deutschen Wiedervereinigung begannen Ende der 1990er-Jahre umfassende Sanierungen der Museumsinsel, die bis heute anhalten.

 

Die Museen auf der Museumsinsel

Die fünf Museen der Museumsinsel gehören alle zum Museumsverbund der Staatlichen Museen zu Berlin, die ihrerseits Teil der Stiftung Preußischer Kulturbesitz sind. Die Gebäude der Museumsinsel beherbergen vorwiegend die archäologischen Sammlungen und die Kunst des 19. Jahrhunderts. Nach der Wiedervereinigung begann man mit der Zusammenführung der teilweise in Ost und West getrennten Sammlungen.

 

Alte Nationalgalerie

 

Die Alte Nationalgalerie ist ebenfalls ein Werk Stülers und ähnelt einem antiken Tempel auf hohem Sockel. Das Reiterstandbild auf der Freitreppe stellt Friedrich Wilhelm IV. dar, der die Idee zur Museumsinsel hatte. Die Sammlung der Alten Nationalgalerie zeigt Skulpturen und Gemälde des 19. Jahrhunderts, von Caspar David Friedrich über die französischen Impressionisten bis zu Fresken der in Rom tätigen Nazarener.

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Altes Museum

 

Das Alte Museum, 1825–1830 von Karl Friedrich Schinkel erbaut, ist ein Meisterwerk klassizistischer Architektur. Es zeigt einen Teil der Antikensammlung mit Skulpturen, Waffen, Goldschmuck und Silberschätzen der griechischen Kunst- und Kulturgeschichte von der Kykladenkultur bis zur römischen Epoche.

 

Neues Museum

 

Im Neuen Museum befindet sich das Ägyptische Museum mit der berühmten Büste der Nofretete. Der 1843–1846 von Friedrich August Stüler errichtete Bau enthält seit der Wiedereröffnung am 16. Oktober 2009 das Ägyptische Museum mit Kunstwerken aus der Zeit des Königs Echnaton. Außerdem sind hier die Ausstellungen des Museums für Vor- und Frühgeschichte mit Funden aus der Steinzeit, Bronzezeit und Eisenzeit und der Völkerwanderung zu sehen.

 

Bode-Museum

 

Das am 17. Oktober 2006 wiedereröffnete Bode-Museum zeigt sakrale Kunstwerke aus Byzanz und europäische Skulpturen von der Renaissance bis zum Barock. Im Münzkabinett befinden sich Münzserien vom Beginn der Münzprägung im 7. Jahrhundert v. Chr. in Kleinasien bis zu den Münzen und Medaillen des 21. Jahrhunderts sowie ausgewählte Bestände der Sammlung alter Meister der Gemäldegalerie.

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Pergamonmuseum

 

Besonders beliebt ist das Pergamonmuseum von Alfred Messel, in dem Architekturaufbauten sowie griechische und römische Skulpturen der Antikensammlung, das Vorderasiatische Museum mit 6000 Jahren Geschichte, Kunst und Kultur Vorderasiens und das Museum für Islamische Kunst mit Kunst der islamischen Völker vom 8. bis ins 19. Jahrhundert zu bestaunen sind. Das Pergamonmuseum ist weltweit bekannt geworden durch die imposanten Rekonstruktionen archäologischer Bauensembles wie den Pergamonaltar, das Markttor von Milet, das Ischtar-Tor samt Prozessionsstraße aus Babylon und die Mschatta-Fassade. (Hinweis: Wegen Bauarbeiten und Renovierungen sind Teile des Pergamonmuseums bis voraussichtlich 2019 für den Besucherverkehr geschlossen.)

 

Die Museen der Museumsinsel sind ganzjährig geöffnet, die genauen Öffnungszeiten und Eintrittspreise finden Sie hier.

Die Museumsinsel ist nur ca. 1,5 Kilometer vom Indigo Hotel Berlin Alexanderplatz entfernt und dadurch in einem 20minütigen Spaziergang sehr schnell und einfach zu erreichen.

Bodestraße 1-3, 10178 Berlin, Telefon: 030 20 90 55 77, www.smb.museum

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