Das Nikolaiviertel in Berlin

Fotos: Straube und Setzpfandt
Das Berliner Nikolaiviertel lässt die Besucher der Stadt den Trubel, die Weite, den Lärm und die Hektik der Hauptstadt für kurze Zeit vergessen und in eine beschauliche Oase historischer Bauten eintauchen. Gelegen im Berliner Ortsteil Mitte am östlichen Ufer der Spree und in unmittelbarer Nähe zum Alexanderplatz, hat das Nikolaiviertel einiges zu bieten. Von Museum über Boutiquen und Souvenirshops bis hin zu Restaurants, Cafés und historischer Kirche gibt es hier einiges zu sehen und zu erleben.

Heute leben auf einer ca. 50.000 qm großen Fläche ca. 2.000 Einwohner. Es gibt 33 Ladengeschäfte und 22 Gaststätten.

Geschichte

Um die Kirche St. Nikolai, die im Jahre 1200 fertiggestellt wurde, entwickelten sich zwei Siedlungen, Berlin östlich der Spree und Cölln westlich der Spree, welche durch den Mühledamm miteinander verbunden waren. 1230 wurde beiden Teilen das Stadtrecht verliehen. 1237 gilt als das Geburtsjahr Berlins, 1307 wurden beide Städte zur Doppelstadt Berlin-Cölln vereinigt. Die Siedlung wuchs zu einem bedeutenden Handelsplatz, der sich im 14. Jahrhundert der Hanse anschloss. Das Nikolaiviertel veränderte sich im Gegensatz zum ringsherum liegenden und ständig expandierenden Berlin kaum.

Zwischen 1943 und 1945 wurde das Nikolaiviertel im Zweiten Weltkrieg fast vollständig zerstört und die Bedeutung des Viertels ging im Laufe der Zeit, auch zu Zeiten der DDR, verloren. Erst Ende der 80er Jahre zur 750-Jahr-Feier Berlins, wurde man wieder auf das historische Stadtzentrum aufmerksam, ein Aufbau des Stadtkerns und der zerstörten Gebäude wurde geplant und 1987 fertiggestellt. So entwickelte sich ein attraktives und touristisch anziehendes Stadtviertel mit Restaurierung der noch vorhandenen Gebäude und vielen Neubauten mit historisierenden Fassaden. Mehr Informationen finden Sie in unserem Blogartikel.

Bauwerke und Kultur

Fots: Setzpfandt und Weller

Das Nikolaiviertel versprüht einen Charme aus einer anderen Zeit mit kleinen schmalen Gassen und liebevoll erhaltenen Gebäuden und Sehenswürdigkeiten:

  • Die Nikolaikirche, eine spätromanische Feldsteinbasilika, ist die älteste noch intakte Kirche Berlins und steht unter Denkmalschutz. Im Zweiten Weltkrieg zerstört und danach originalgetreu wiederaufgebaut. Hier finden regelmäßig Ausstellungen, Vorträge und Konzerte statt.
  • Die Bronzeskulptur St. Georg im Kampf mit dem Drachen aus dem Jahre 1853 von August Kiss, wurde auf einem kleinen Platz am Spreeufer wieder aufgestellt. Sie stand zuvor im Volkspark Friedrichshain und ursprünglich im Hof des Berliner Stadtschlosses.
  • Der Gründungsbrunnen hat seinen Platz neben der Nikolaikirche, wurde 1987 errichtet und soll an die Gründung der Stadt erinnern.
  • Die Gerichtslaube im Nikolaiviertel ist ein rekonstruiertes Gebäude mit heutiger Beherbergung einer Gaststätte. Die originale Gerichtslaube zählte zu den ältesten Profanbauten der Stadt und gilt als Zeugnis städtischer Rechtsprechung und Selbstverwaltung im mittelalterlichen Berlin. Sie entstand ursprünglich als Anbau zum Alten Rathaus und befindet sich heute als Pavillon im Park Babelsberg.
  • Das Knoblauchhaus ist ein Museum der Berliner Biedermeierzeit und ehemaliger Wohnsitz (1759 erworben) der Familie Knoblauch. Hier bekommt man einen Einblick in das Leben dieser Bürgerfamilie.
  • Das Ephraim-Palais zeigt Sonderausstellungen zu breit gefächerten Themen der Geschichte und Kultur Berlins. Veitel Heine Ephraim, Hofjuwelier König Friedrichs II. und Namensgeber des Rokoko-Palais, ließ diesen 1762 errichten. Das Bauwerk hat eines der schönsten Treppenhäuser Berlins.

Restaurants und Cafés

Zur Gerichtslaube

Das Restaurant zur Gerichtslaube bietet eine breite Auswahl an gutbürgerlichen Berliner Spezialitäten von Eisbein bis Schnitzel und leckerem Schwarzbier.

Zur Gerichtslaube, Poststraße 28, 10178 Berlin, www.gerichtslaube.de

Zum Nussbaum

In der Gaststätte zum Nussbaum, mit urigem Biergarten, wird rustikale Küche in Alt-Berliner-Kneipen-Ambiente mit Blick auf die berühmte Nikolaikirche geboten. Den Namen verdankt das Lokal einem Nussbaum, der ursprünglich vor dem Gebäude stand.

Zum Nussbaum, Am Nussbaum 3, 10178 Berlin

Aspendos

Das Aspendos ist Café, Bar und Restaurant und bietet Cocktails, Flammkuchen, Torten und vieles mehr. Dazu gibt es den Blick auf das Rathaus und den Fernsehturm.

Aspendos, Rathausstr. 17, 10178 Berlin, www.aspendos-restaurant.com

Zille-Destille

Die Speisekarte der urigen Zille-Destille ist gefüllt mit zahlreichen Spezialtäten des alten und des neuen Berlins. Berliner Originale wie Currywurst, Eisbein oder Stolzer Heinrich verwöhnen hier den Gaumen.

Zillle-Destille, Probststraße 10, 10178 Berlin, http://zilledestille-nikolaiviertel.de

Brauhaus Georgenbraeu

Rustikales Ambiente mit frischgezapftem Bier, deftiger Küche und Biergarten mit Blick auf die Spree. Auch Brauereiführungen werden angeboten und am 11.11. wird traditionell zum Martinsgansessen eingeladen.

Brauhaus Georgenbraeu, Spreeufer 4, 10178 Berlin www.brauhaus-georgbraeu.de

Le Provencal

Klassische französische Küche und eine feine Auswahl französischer Weine. Hier kommen Austern, Gänseleberpastete, Froschschenkel, Weinbergschnecken und Lavendel-Eis auf den Tisch.

Le Provencal, Spreeufer 3, 10178 Berlin, www.leprovencal.de

 

Neben den genannten Lokalen gibt’s es zahlreiche weitere Restaurants, Bars und Cafés im Nikolaiviertel, die zum Schlemmen, Entspannen und Verweilen einladen. Vom Indigo Hotel Berlin Mitte am Alexanderplatz erreichen Sie das Nikolaiviertel in nur wenige Gehminuten (ca. 13 Minuten).